60 Minuten zeit für die Pflege

Zur Zeitumstellung sammelt die AWO die gewonnene Zeit für ein unterschätztes Thema


Kiel. Es geht nicht nur um Fachkräftemangel. Das Thema Altenpflege ist viel mehr: Zur Zeitumstellung am 28. Oktober ruft die AWO Schleswig-Holstein Journalist*innen auf, die gewonnene Zeit für die Anliegen pflegebedürftiger Menschen zu nutzen. „Die FAZ hat die Zeitumstellung einmal als 'sozialen Jetlag ohne Sinn' betitelt“, sagt AWO-Geschäftsführer Michael Selck. „Warum die zusätzliche Stunde nicht nutzen, um sich mit einem gesellschaftlich so wichtigen und dennoch oft verkannten Thema zu beschäftigen?“

Wahlverwandtschaft mit Eierlikör

Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Pflege-TÜV: Immer noch wird über Altenpflege meist nur im Zusammenhang mit Skandalen und Kostenexplosion geredet. „Alle reden von den Pflegereformen, doch keiner von der Pflege“, so Uwe Braun, Leiter des Unternehmensbereichs. „Die wirklich spannenden Fragen werden meist nicht gestellt, und die vielen interessanten Geschichten nur selten erzählt.“ Geschichten von leisen Momenten und lauter Musik, von Familie und Wahlverwandtschaft, Sehnsucht nach Berlin, Eierlikör und dem letzten Schokohasen: Geschichten, die berühren, motivieren, nachdenklich und neugierig machen. Und die zeigen, wie die Arbeit und das Leben mit Pflege wirklich sind.

Mit der Aktion möchte die AWO Schleswig-Holstein Journalist*innen die Möglichkeit geben, hinter die Kulissen zu sehen: „Alter nicht nur als heile Werbewelt der agilen Silver-Agers, aber auch nicht nur als triste Welt von in Heimen dahinsiechenden Greisen“, so Braun. Warum ist auch ein Leben trotz Pflege manchmal ein gutes Leben und der Pflegeberuf viel besser als sein Ruf? Immerhin steht die Ausbildung immer noch auf Platz vier der beliebtesten Azubistellen.

Die ist die Pressemitteilung der des AWO Landesverband S-H vom 20.10.2017

AWO fordert: Rahmenbedingungen für Engagement verbessern

AWO Wahlcountdown Woche 6: Thema Bürgerschaftliches Engagement

Berlin, 07. August 2017. In sieben Wochen gilt es, den deutschen Bundestag zu wählen. Heute beginnt die sechste Themenwoche des AWO Wahlcountdowns. Diese Woche dreht sich alles um das Thema Bürgerschaftliches Engagement. Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes, betont zum Auftakt der Woche in dem Drei-Fragen-Interview die große Bedeutung von freiwilligem Engagement für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

„Durch Ehrenamtliche und Freiwillige wird unheimlich viel für die Gesellschaft geleistet. In allen Arbeitsfeldern der AWO bereichern Ehrenamtliche die Arbeit auf eine ganz besondere Weise – alleine oder meistens gemeinsam mit den Hauptamtlichen. Die Arbeit kann man sich in den meisten Fällen ohne Ehrenamt nicht mehr vorstellen. Außerdem gibt es einen engen Zusammenhang zwischen bürgerschaftlichem Engagement und gelebter Demokratie. Deshalb möchte die AWO vielen Menschen ermöglichen, sich gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft zu engagieren. Wichtig ist: Bürgerschaftliches Engagement ist nicht etwa eine Sparmaßnahme für die Wohlfahrtspflege, sondern eine tragende Säule der Demokratie.“

Die AWO fordert daher, wichtige Infrastrukturangebote wie Freiwilligenagenturen, Mehrgenerationenhäuser und ähnliches überall in Deutschland auszubauen und finanziell angemessen auszustatten. Denn das sind die Orte für Engagement, Beteiligung und gelebte Demokratie. In der Pflicht sieht die AWO hier die Politik. Wolfgang Stadler: „Engagement ist in unseren Augen keine Bürgerpflicht, sondern ein Menschenrecht. Es entsteht aus Initiativen der Zivilgesellschaft, der Staat sollte sich möglichst raushalten. Dennoch ist die Politik gefragt, wenn es darum geht, die Rahmenbedingungen für Engagement zu verbessern.“

Im Rahmen ihres Wahlcountdowns leitet die AWO jeweils montags durch ein Drei-Fragen-Interview eine Themenwoche ein. Alle Infos werden auf der AWO Homepage awo.org und in den Social-Media-Kanälen des AWO Bundesverbandes gestreut. Die Kampagne wird im Netz unter dem Hashtag #awobtw2017 gebündelt. Heute beginnt die sechste Themenwoche. Sie dreht sich rund um Fragen Bürgerschaftlichen Engagements.

Woche 6: Der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler zum Thema Bürgerschaftliches Engagement

Woche 5: AWO Bundesvorstandsmitglied Brigitte Döcker zum Thema Migration und Flucht

Woche 4: Die Vorsitzende des Bundesjugendwerks der AWO Anna Pfeiffer zum Thema Frauen und Familie

Woche 3: Der AWO Präsidenten Wilhelm Schmidt zum Thema Arbeitsmarktpolitik

Woche 2: Die Vorsitzende des Bundesjugendwerks der AWO Anna Pfeiffer zum Thema Kinder- und Jugendpolitik

Woche 1: Der AWO Präsidenten Wilhelm Schmidt zum Thema Alterssicherung

Ohne Freiwillige geht es nicht

Wahlcountdown zur Bundestagswahl

AWO stellt jede Woche eine Forderung an die Politik

 

Berlin/Kiel. Sieben Wochen noch bis zur Wahl des neuen Deutschen Bundestags, sieben politische Forderungen der AWO: Bürgerschaftliches Engagement (7.8.), Gesundheit (14.8.), Bildung und Erziehung (21.8.), Rassismus (28.8.), Pflege (4.9.), Armutsbekämpfung (11.9.) und Sozialwirtschaft (18.8.). „Obwohl die staatlichen Sozialausgaben jedes Jahr ansteigen, leben mittlerweile 21 Prozent der Kinder in Deutschland mit einem Armutsrisiko“, kommentiert die stellvertretende AWO-Landesvorsitzende Sonja Jacobsen, „in Schleswig-Holstein erhalten fast 13.000 alte Menschen Hilfe zur Pflege, weil ihre Lebenskosten ihre Einkünfte übersteigen.“ Die AWO fordert von der nächsten Bundesregierung drastische soziale Verbesserungen, „um der zunehmenden sozialen Spaltung und spürbaren Verunsicherung in der Bevölkerung entgegenzuwirken“.

Ohne Freiwillige geht es nicht

Ohne bürgerschaftliches Engagement gibt es keine funktionierende Demokratie und keine lebendige Zivilgesellschaft. Für die AWO ist jede*r Einzelne unverzichtbar. „Engagierte Bürger*innen dürfen allerdings keine Lückenbüßer gekürzter staatlicher Leistungen sein, schließlich zeigt ihr Handeln den Mangel oft erst auf“, so Jacobsen. Die AWO fordert bessere Rahmenbedingungen für selbstbestimmtes Bürgerschaftliches Engagement. Dazu gehört eine nachhaltig finanzierte Infrastruktur zur Gewinnung, Begleitung und Qualifizierung von Engagierten.

www.awo.org/themen/bundesstagswahl-2017

Gleichtellungspolitik

AWO fordert konsequente Gleichstellungspolitik

AWO Wahlcountdown : 4. Woche zum Thema Frauen und Familie

Berlin, 24. Juli 2017. In neun Wochen gilt es, den deutschen Bundestag zu wählen. Heute beginnt die vierte Themenwoche des AWO Wahlcountdowns. Diese Woche dreht sich alles um Fragen von Frauen- und Familienpolitik.

„Eine Gleichstellung der Geschlechter lässt sich mit freiwilligen Selbstverpflichtungen ganz offensichtlich nicht erreichen. Wir benötigen konsequente gesetzliche Regelungen“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Die Vorsitzende des Bundesjugendwerks der AWO, Anna Pfeiffer, erklärt dazu im Drei-Fragen-Interview dieser Woche: „Mit den verabschiedeten Gesetzen zur Frauenquote und zur Entgeltgleichheit wurde viel erreicht. Die Forderung nach umfassender Lohngerechtigkeit hat sich damit aber nicht erledigt. Es gibt immer noch zahlreiche Regelungen, die die traditionelle Rollenverteilung indirekt fördern und daher eine Gleichstellung von Frauen und Männern verhindern.“

Ein weiteres Thema, das immer noch zu viele Frau betrifft, ist häusliche Gewalt. „Deutschland hat zwar die Istanbul-Konvention endlich ratifiziert und damit eine wichtige Forderung der AWO erfüllt. Dennoch ist körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt für viele Frauen in Deutschland leider immer noch Alltag. Deshalb fordert die AWO einen Rechtsanspruch für Frauen und ihre Kinder auf Schutz und Hilfe bei Gewalt“, erklärt Anna Pfeiffer.

Frauen spielten in der Geschichte der AWO immer eine große Rolle. So wurde die AWO 1919 von einer Frau – Marie Juchacz – gegründet und war bis 1933 deren Vorsitzende. Als Mitglied des SPD-Parteivorstandes und als Mitglied der Weimarer Nationalversammlung hielt sie dort am 19. Februar 1919 als erste Frau eine Rede. Ihr zu Ehren wird die AWO in Berlin noch diesen Sommer ein Denkmal errichten.

Im Rahmen ihres Wahlcountdowns leitet die AWO jeweils montags durch ein Drei-Fragen-Interview eine Themenwoche ein. Alle Infos werden auf der AWO Homepage awo.org und in den Social-Media-Kanälen des AWO Bundesverbandes gestreut. Die Kampagne wird im Netz unter dem Hashtag #awobtw17 gebündelt. Heute beginnt die vierte Themenwoche zur Frauen- und Familienpolitik.